Freundeskreis Lebendige Grafschaft e.V.

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» Die deutsche Schreibschrift, 27.11.2011

Kurrent und Sütterlin-Unterricht im Lehrerhaus

Die deutschen Schreibschriften entstanden aus der Fraktur, welche die Schreibmeister des 15. und 16. Jahrhunderts zu einer zügig zu schreibenden Verkehrsschrift formten. So schufen sie die Kurrent (lat. currere = laufen) und als Aktenreinschrift die Kanzlei. Ende des 18. Jahrhunderts erzwang der sehr betonte Schwellzug der englischen Schreibschrift eine Änderung des breitgeschnittenen Gänsekiels in einen spitzgeschnittenen. Ein spitzer Kiel schreibt sich schnell ab und mühsam musste man immer wieder nachschneiden. Die Stahlfeder brachte hier zwar Erleichterung, blieb aber dennoch schwer beherrschbar.

Erst im 20. Jahrhundert entstanden die uns heute bekannten Federtypen wie Gleichzugfeder (Redisfeder), Kugelspitzfeder und Bandzugfeder (auch Breit- oder Wechselzugfeder). Sie erlaubten endlich Schriftmeistern wie Ludwig Sütterlin oder Rudolf Koch die deutsche Schreibschrift zu reformieren. Dennoch, der Streit ob Fraktur oder Antiqua blieb. Entschieden wurde dieser 1941, als die lateinische Druck- und Schreibschrift, die "Normalschrift" eingeführt und die gebrochene Schrift verboten wurde.

Hier die deutsche Schreibschrift vor der Reformation der Schrift von Sütterlin:

Zum Vergleich die reformierte Schrift von Sütterlin:

Sütterlin schuf seine Schrift für die Schulkinder und Schreibanfänger. Sie sollte nur als Vorlage dienen. Im täglichen Gebrauch darf man sie leicht schräg schreiben. Wichtig bleibt die deutliche Unterscheidung zwischen u- Bögen und i- Punkten, ä-, ö-, und ü-Strichen.

Wer sich heute für die deutsche Schreibschrift entscheidet, tut dies aus Liebhaberei oder weil er alte Dokumente und Unterlagen lesen will.

Quelle: http://homepage.univie.ac.at/walter.dietrich/deutsche.html

Und das tun seit dem 24.09.2011 im Lehrerhaus Friemersheim 13 Damen und 1 Herr. Unterrichtet werden sie von Frau Wenke, die die schon Fortgeschrittenen in die weiteren Geheimnisse der Kurrent und Sütterlinschrift unterrichtet. Da die Schüler sich schon in einem fortgeschrittenem Alter befinden, kann auf den Rohrstock verzichtet werden.

Text: Ingrid Lenders und Karlheinz Jordaan, Fotos: Karlheinz Jordaan
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