Freundeskreis Lebendige Grafschaft e.V.

Pressemitteilungen


» 23. Literaturmenü mit Georg Adler, 09. September 2015

Hommage an Kurt Tucholsky - „Georg Adler lässt Kurt Tucholsky lebendig werden“

Der Vorstand des Freundeskreis lebendige Grafschaft konnte nach einem sonnigen Altweibersommertag etliche Besucher in seinen Räumen begrüßen, die sich von Georg Adler in das Berlin der Weimarer Republik zurückversetzen ließen. Anschau-lich ließ Adler sein Publikum am kurzen, aber voll gelebten Dasein des Tucholsky teilhaben. Der junge Kurt Tucholsky, ältestes Kind des jüdischen Bankkaufmanns Alex Tucholsky und seiner Ehefrau Doris, stand seinem früh verstorbenen Vater sehr nahe und hatte ein eher gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter.
Nach dem frühen Tod des Vaters, der seiner Familie ein beachtliches Vermögen hinterließ, konnte Kurt sich auf sein Abitur bei einem Privatlehrer vorbereiten und sein anschließendes Jurastudium in Berlin und Genf absolvieren. Schon früh interessierte er sich für die Literatur und war Mitherausgeber der Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“. Als während der Weimarer Republik die Kabaretts in Berlin nur so aus dem Boden schossen, wurde Texte für die vielen Chansons gesucht und auch hier war er sehr erfolgreich. „Der Graben“ wurde von Tucholsky unter dem Pseudonym Theobald Tiger verfasst und wurde von vielen Interpreten vorgetragen; erzählt es doch von der Sinnlosigkeit des Krieges, denn die Gefahren des Nationalsozia-lismus wurden früh von Tucholsky erkannt.
Georg Adler vermittelte einen tiefen Einblick in das Leben Tucholskys und brillierte mit vielen Auszügen aus den Werken des bekannten Publizisten. Als Adler gar „berlinerte“ ließ er sein Publikum auch an seinem eigenen Leben teilnehmen. So berichtete er, dass seine aus Berlin gebürtige Partnerin ihn verlassen hätte. Nach der Pause trug Adler dann auch sein Glanzstück vor „Wie kommen die Löcher in den Käse“. Nach der Zugabe versprach er, anlässlich des 40jährigen Bestehens des Freundeskreises, sich für das nächste Jahr etwas Besonders einfallen zu lassen. Wir dürfen also gespannt sein. (B. Bass)


Bilder zum Vergrößern bitte anklicken


















Ahnenforschung










www.lehrerhaus-friemersheim.de