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» “Zum Reichsadler"

Der Name ist Legende, wie die berühmten Frikadellen und der "Beichtstuhl", der im Nebeneingang zwischen Schankraum und großem Festsaal liegt. Die Kneipe an der Ecke Atroper Straße / Hochfelder Straße ist "Kultkneipe" in Rheinhausen-Hochemmerich.


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Die Gaststätte "Zum Reichsadler", oder Holzweiler, nach dem 1. Besitzer benannt, kennt in Rheinhausen fast Jeder. In der Nähe gelegen von Tor 1, der Krupp-Menage und dem bis 1993 bestehenden Krupp-Werkes, erlebte die Gaststätte zeitgleich alle Höhen und Tiefen der Krupp Hütten Geschichte. Leider gibt es recht wenig Überlieferungen aus der Zeit vor 1967.



Nimmt man den Namen "Zum Reichsadler" als Aufhänger, kann man davon ausgehen, das die Gaststätte Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Als Josef (Jupp) Holzweiler verstarb, gab es eine Erbengemeinschaft, die aus 40 Personen bestand. Seit 1967 ist Wilhelmine (Mimi) Mißmahl Besitzerin der Gaststätte. Die Auslastung des Hotels und der Gaststätte ist unterschiedlich. Monteure aus aller Welt waren hier schon zu Gast, als Krupp noch exiestierte. Aber auch jetzt sind die Gastzimmer Dank Logport sehr gefragt.

Mit der Auslastung der Küche kann man auch zufrieden sein. Sonntags gehen bis zu 100 Essen aus der Küche, wochentags um die 25 pro Tag. Es gab einmal einen gelernten Koch, aber die "Ungelernten" waren um Klassen besser. Die gutbürgerliche Küche wird bis heute zu sozialen Preisen angeboten. Außer von der Tageskarte kann der Gast auch nach Karte bestellen.

In den ersten Jahren wurden auf der Straße vor der Kneipe auch Straßenfeste abgehalten. Viele Veranstalungen wurden angeboten, wie die Sylvesterfeiern, die von Werner Schroes (+) organisiert wurden. Sogar unsere Freunde und Helfer, die Polizisten, veanstalteten Karnevalsfeiern. Altweiberbälle fanden statt und viele andere Ereignisse lockten viele Menschen in die Wirtschaft. Ein Billartisch war seinerzeit eine Attraktion und auch die Kegelbahn fand feste Klubs. Samstags gab es für Tanzfreudige regelmäßig Tanzveranstaltungen, die von Alleinunterhaltern musikalisch begleitet wuden.





Im Laufe der Jahre aber brachen nach und nach die einzelnen Angebote weg. Insgesamt haben 8 Vereine den Reichsadler zu ihrem Vereinshaus erklärt. Die Interessengemeinschaft Margarethensiedlung e. V. zum Beispiel führt alle Veranstaltungen hier im Haus durch. Andere Vereine halten es genauso. Früher trafen sich auch die Krupp-Pensionäre regelmäßig zu ihrem Stammtisch.

Einige Besonderheiten müssen noch unbedingt erwähnt werden. Da gab es zum Beispiel die Dame "Adda von Trifter". Ellas Dackeldame, die in der Kneipe stets Limo mit einem Schuss Schnaps trank. Durch die Kohlensäure musste die Dackeldame dann regelmäßig niesen. Und der berühmte "Beichtstuhl". Ehemals gab es 3 Zapfhähne, aus denen Korn, Speck und Wacholder flossen. Die Kruppianer kamen regelmäßig, vor und nach der Schicht, um ihre Flachmänner zu füllen.





Das Personal, darauf legt Mimi Mißmahl bis heute großen Wert, ist Stammpersonal. Ella zum Beispiel ist bereits seit 42 Jahren im Reichsadler beschäftigt. "Wir sind wie eine Familie, wir kennen uns gut und arbeiten Hand in hand. Und so soll es bleiben."

Die Gaststätte "Zum Reichsadler" ist Kultkneipe in Rheinhausen, ist zu einer Institution beworden, die Rheinhausen noch lange erhalten bleiben muss. (Ingrid Lenders)

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